Nysterbach Schule
Grundschule der Stadt Erkelenz
in Lövenich

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Nysterbach Schule

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Konzept zur Partizipation und sozialem Lernen

1. Zielsetzung

Durch einen veränderten Schulalltag, der sich durch die verschiedensten Anforderungen aus den Richtlinien und Lehrplänen bedingt, ergeben sich für unsere Schülerinnen und Schüler neue Gestaltungsspielräume und Aufgaben. Um für die Schülerinnen und Schüler eine Möglichkeit zu schaffen in diese hineinzuwachsen und sie zu bewältigen, hat sich das Kollegium 2010 einstimmig für die Einführung des schulischen Gremiums Klassenrat entschieden, der auf gesamtschulischer Ebene in eine Schülerversammlung mündet. Durch diese Schülergremien sollen partizipative Prozesse initiiert, unsere Schülerinnen und Schüler in ihrer Eigenständigkeit gefördert und verschiedensten sozialen sowie inhaltlichen Lernprozessen Raum gegeben werden.

Wir verfolgen damit einen systemischen Ansatz, altersgerechte soziale und demokratische Kompetenzen aufzubauen.

2. Der Klassenrat

Der Klassenrat ist eine Konstruktion von Lehrerinnen und Lehrern für unsere Schülerinnen und Schüler, in dem

  • Zeit für ritualisierte Gespräche ist
  • Kinder lernen, selbstständig Probleme zu lösen
  • Zeit für gegenseitige Wertschätzung ist
  • Kinder lernen, Unterrichtssequenzen mit zu planen und zu gestalten
  • Kinder die Möglichkeit haben, ausgewählte Entscheidungen mit zu beeinflussen oder zu treffen.

Der Klassenrat findet einmal wöchentlich statt. In der Regel beträgt der zeitliche Umfang 45 Minuten. Da in allen Klassen ein Bankkreis vorhanden ist, findet der Klassenrat in diesem statt, damit jeder mit jedem Blickkontakt haben kann. Der Klassenrat ist inzwischen jedem Kind als besonderes Ritual im Verlauf der Schulwoche bewusst geworden, so dass die Teilnahme selbstverständlich ist.

Die Leitung des Klassenrats übernimmt in den Klassen 1 und 2 zunächst die Klassenlehrerin/Klassenlehrer. Sukzessive werden einzelne Tagesordnungs-punkte an das Klassensprecher-Team (in der Regel ein Mädchen und ein Junge) der Klassen abgegeben. In den Klassen 3 und 4 wird der gesamte Klassenrat von dem Klassensprecher-Team geleitet. Die Lehrerinnen/Lehrer nehmen dann immer mehr nur noch beratend teil. Die Wahl des Klassensprecher-Teams findet in den ersten Schulwochen statt.

Die Klassenräte der gesamten Schule haben einen festen Ablauf (Tagesordnung) und feste Regeln (Klassenregeln). Diese werden in der Schuleingangsphase sukzessive durch Piktogramme eingeführt und können von den Schülerinnen und Schülern teilweise mitbestimmt und weiterentwickelt werden. …

2.2 Besondere Rolle der Lehrerin/des Lehrers im Klassenrat

2.3. Schülerversammlung

Mit dem Ziel, die Entwicklung der demokratischen Handlungsfähigkeit unserer Schülerinnen und Schüler zu unterstützen, wird neben dem Klassenrat auch die Schülerversammlung einberufen.

Einmal im Monat treffen sich alle Klassensprecher und Klassensprecherinnen in der Schülerversammlung mit der Schulleiterin, um wichtige Anliegen der gesamten Schule zu besprechen. Dazu lädt die Schulleiterin ein.

Die Schülerversammlung wird nach folgendem Besprechungsplan durchgeführt:

  1. Protokoll
  2. Wichtige Angelegenheiten
  3. Planen/ Vorstellen

Treffpunkt ist meistens die Schülerbücherei. Der Zeitrahmen beträgt eine halbe Stunde während der Frühstücks- und Hofpause. Die Schülerinnen und Schüler bringen Getränke, Frühstück und Schreibblöcke für Notizen mit.

Ähnlich wie im Klassenrat werden wichtige Angelegenheiten von allen Klassen in die Versammlung eingebracht. Dies unterscheidet sich jedoch dadurch, dass der Fokus auf schulische Belange gelegt wird, also über die Interessen der einzelnen Klasse hinausgeht. Es werden Wünsche und Ideen, die in den Klassen geäußert wurden, über die Vertreter auf Schulebene weitergegeben, diskutiert und beschlossen. Ebenso werden beispielsweise Neuigkeiten über Anschaffungen durch die Schulleiterin über die Klassenvertreter an die Klassen weitergegeben.

Unter dem Besprechungspunkt „Planen/ Vorstellen“ ergibt sich die Möglichkeit, Ideen mit den übrigen Vertretern zu besprechen. Hier können z.B. Briefe an wichtige Schulpartner gemeinsam formuliert werden. Der Brief wird handschriftlich sauber von einem Kind geschrieben. Alle übrigen Klassensprecher und Klassensprecherinnen unterzeichnen den Brief als Mitglieder der Schülerversammlung.

Hiermit ist ein weiteres Element der Mitbestimmung auf Schulebene installiert.

2.4. Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler durch den Klassenrat und die Schülerversammlung

Mit der Einführung des Klassenrats in allen Klassen der Nysterbach-Schule so wie der Schülerversammlung haben wir einen wichtigen Baustein geschaffen, Schülerinnen und Schüler bei der Entwicklung der Kompetenzen zu fördern, die es ihnen ermöglichen, ihre Lebenswelt zu erschließen, zu verstehen und sie verantwortungsbewusst mitzugestalten.

Sie führen unter Beachtung von Regeln Gespräche in einer großen Gruppe von Kindern. Dabei hören sie anderen genau zu, äußern ihre Gefühle, bilden eine Meinung aus und vertreten ihren Standpunkt. Zusätzlich lernen sie Meinungen zu akzeptieren, Kompromisse zu schließen und Gemeinschaftsbeschlüsse mit zu tragen. Dadurch bilden und schulen die Schülerinnen und Schüler wichtige kommunikative Kompetenzen und erwerben nach und nach Verantwortung für sich, ihr Handeln sowie für die Gruppe. Zusätzlich können sie sich in verschiedenen Rollen des Klassenrats und der Gruppe erproben um individuelle Stärken zu entdecken.

Da im Klassenrat Zeit und Raum zur Besprechung von Problemen und Konflikten gegeben wird, lernen die Schülerinnen und Schüler Kritik konstruktiv zu formulieren und Kritik auszuhalten sowie anzunehmen. Sie erkennen, dass es für Schwierigkeiten viele Lösungsmöglichkeiten gibt, aus denen man auswählen kann.

Die Schülerinnen und Schüler haben neben den beschriebenen durch den Klassenrat zusätzliche Lernchancen im Bereich der Methoden. Sie übernehmen die Moderation von Gruppengesprächen, schreiben Protokolle oder achten auf die Einhaltung von Regeln und Zeitrahmen. Sie erkennen Teilschritte von Projekten und Unterricht und gestalten sie mit. Sie erleben Entscheidungsfindungen vom Mehrheitsprinzip bis hin zur Konsensbildung und werden mit den demokratischen Möglichkeiten der Entscheidungsfindung vertraut.

Der Klassenrat leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Identitäts- und Persönlichkeitsentwicklung und befähigt damit zur Übernahme von Verantwortung und zur aktiven Teilnahme an der Gestaltung der Lebenswirklichkeit.